Von:
Marius Strecker

e-ausstieg.de

Empörung – Hunderttausende sind in diesem März 2011 auf den Straßen. Sie fordern den Ausstieg aus der Atomkraft. Ein Protest, der weltweit einmalig ist in einem Land, das Kernkraftwerke betreibt. Noch im Juli 2010 waren in einer Forsa-Umfrage 81% der Deutschen der Meinung, dass auf Kernenergie nicht völlig verzichtet werden könne. Der Forsa-Chef sprach daraufhin von einer "Entdämonisierung der Kernkraft".

Fukushima hat alles verändert. Dabei sind Atomkraftwerke in Deutschland nicht unsicherer geworden. Aber auch nicht sicherer. Der Blick auf das Risiko ist ein anderer geworden. Laut Infratest hält jetzt die große Mehrheit der Deutschen (70 %) einen AKW-Unfall wie in Japan auch in Deutschland für denkbar.

„Empörung und Engagement“ oder „Ausstieg bedeutet auch Einstieg.“ Natürlich macht es einen Unterschied, wenn 23% der Stromerzeugung wegfallen. Es werden große Anstrengungen nötig sein, um Erneuerbare Energien und die dafür nötige Infrastruktur auszubauen. Das wird Widerstände bei Betroffenen hervorrufen, wie es sie auch jetzt schon an vielen Orten gibt: gegen Windräder, Stromleitungen, Solaranlagen...

Es wird einen breiten gesellschaftlichen Konsens brauchen, um diesen Einstieg erfolgreich zu meistern. Einen Konsens, der dem „Ausstieg aus dem Ausstieg“, der Verlängerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke gefehlt hat.

Wir werden einen Diskurs führen müssen, der weit mehr sein muss als eine Lebensstildebatte. Denn es geht nicht nur um Verzicht, sondern um Innovation, um Forschung, um Investitionen und um gemeinsam gesetzte politische und gesellschaftliche Prioritäten.

„7 Wochen ohne“ so heißt das Motto der Fastenaktion der Evangelischen Kirchen. 7 Wochen ohne: ohne Ausreden, ohne Selbstbetrug, ohne Selbsttäuschung. “Denn mit meinem Gott kann ich über Mauern springen” (Psalm 18,30)